Anforderungsgerechte Auslegung als Basis wirtschaftlicher Heutrocknung

Heutrocknungsanlagen können sowohl in Neubauten als auch in bestehende Scheunen integriert werden. Damit Landwirte die Vorteile einer wirkungsvollen und gleichzeitig energiesparenden Heutrocknung voll ausschöpfen können, müssen bei der Konzeption der Anlage zahlreiche individuelle Faktoren berücksichtigt werden.

Von der Höhenlage bis zu Personalressourcen sind zahlreiche Parameter relevant

Jeder Betrieb stellt andere Anforderungen an eine Heutrocknung, jeder Hof wartet mit anderen Voraussetzungen auf. Bei der Auslegung einer Heutrocknungsanlage sollten Betreiber deshalb eine Reihe von Parametern ausloten, anhand derer die richtige Kombination und Dimensionierung der Anlagenkomponenten ermittelt werden kann. Wichtig sind etwa die Größe und Qualität der Grünlandfläche. Je nach Region ist Weidenfläche zudem unterschiedlich ertragreich: Im Bodenseeraum können beispielsweise bis zu sieben Schnitte pro Jahr geerntet werden, während es in Südtirol auf 1.500 m über NN nur zwei bis drei sind. Die Höhenlage des Standortes und seine klimatischen Verhältnisse entscheiden neben der Qualität des Heus auch über die Komponenten, die nötig sind, um die Außenluft für die Heutrocknung aufzubereiten.

Auch die Gegebenheiten des Hofbetriebs sollten bei der Planung einer technischen Heutrocknung beachtet werden. Dazu zählen vorhandene Gebäude, die Hoflogistik, der Stromanschluss und die Art der verfügbaren Energie (z. B. aus einer Biogasanlage). Die Art des Viehbestandes und Anzahl der zu versorgenden Großvieheinheiten sowie eventuell einzuhaltende Biokriterien stellen weitere Einflussgrößen dar. Falls das Heu an Milchvieh verfüttert wird, muss berücksichtigt werden, ob die Heumilch zur Käseherstellung verwendet wird. Auch weitere Ressourcen des Hofs, beispielsweise Personalkapazitäten und die verfügbare Bergetechnik (z. B. Ladewagen), spielen bei der Auslegung einer Heutrocknungsanlage eine Rolle.

Bei vielen Heuboxen sorgt eine Steuerungseinheit für Überblick

Eine Heutrocknungsanlage sollte so konzipiert sein, dass sie sowohl mit Umluft als auch mit Außenluft versorgt werden kann. Im Normalfall wird die Anlage mit Außenluft betrieben, bei niedrigen Temperaturen oder feuchter Witterung wird durch das Schließen und Öffnen entsprechender Umluftklappen in den Umluftbetrieb gewechselt. Da die Umluft bereits Feuchte aus dem Heu aufgenommen hat, ist für einen sicheren Umluftbetrieb ein Entfeuchter zwingend notwendig. Daneben ist auch ein Mischbetrieb aus Außenluft und Umluft möglich. Alte Scheunen sind häufig nicht luftdicht – wird die Heutrocknungsanlage in ein bestehendes Gebäude nachgerüstet, stellt sich deshalb häufig von selbst ein Mischbetrieb ein.

Abbildung 1: Schematische Darstellung einer technischen Heutrocknung.

Die Luftklappen können für ein Umschalten von Hand oder durch eine automatische Steuerung ausgeführt werden. In diesem Fall ermitteln Feuchte- und Temperaturfühler Werte, auf Basis derer Antriebe an den Luftklappen angesteuert werden. Eine zusätzliche Steuerungseinheit kann alle Schaltvorgänge sowie den Anlagenzustand zentral auf einem Bildschirm anzeigen und Daten via Modem übertragen. Besonders bei einer Heutrocknung in mehreren Trocknungsboxen verschafft eine Steuerung Betreibern somit einen komfortablen Überblick.


Energiebedarf senken durch Sonnenwärme

Wärmepumpen eignen sich dank ihrer hohen Leistungszahl besonders gut für die technische Heutrocknung. Sie übernehmen zwei Arbeitsschritte: An ihrem Verdampfer kondensiert die Luftfeuchte, gleichzeitig erwärmen sie die Luft. Neben einer Wärmepumpe mit hohem Leistungsgrad lassen sich durch eine sorgfältige Planung weitere Effekte nutzen, die den Energieverbrauch der Heutrocknungsanlage reduzieren. Beispielsweise lässt sich die Sonneneinstrahlung auf das Scheunendach mit Hilfe einer solaren Unterdachvorwärmung für die Heutrocknung nutzen. Pro Quadratmeter Dachfläche können etwa 300 W Energie gewonnen und die Energiekosten dementsprechend gesenkt werden. Die Möglichkeit einer solaren Unterdachvorwärmung sollte in der Planungsphase deshalb in jedem Fall erörtert werden.

Abbildung 2: Heuboxen mit Abluftöffnung.

Bei der Auslegung der Heuboxen sollten hinsichtlich der Größe mehrere kleine Boxen einer großvolumigen Box vorgezogen werden. Für Wiesengras bedeutet das konkret: Pro Hektar Schnitt ist eine Grundfläche von min. 10 m2 und ein Boxenvolumen von min. 30 m3 sinnvoll. Frisch eingetragenes Heu sollte nicht höher als 3 m geschichtet werden.


Luftkanäle und Abluftöffnungen ausreichend groß auslegen

Die gleichmäßige Verteilung der Trockenluft ist eine Grundvoraussetzung für technische Heutrocknung. Zu diesem Zweck müssen strömungstechnische Gesetzmäßigkeiten in Bezug auf die jeweiligen baulichen Gegebenheiten betrachtet werden. Der Zuluftkanal muss so groß dimensioniert sein, dass der Druckverlust gering bleibt und die Trockenluft mit einem ausreichend hohen Druck in das Heu eintritt. Der benötigte Druck hängt auch von der eingelagerten Heuart ab und sollte bei der Konzeption bedacht werden. Blattreiches Wiesenheu beispielsweise führt zu verhältnismäßig hohen Druckverlusten und benötigt entsprechend kraftvolle Ventilatoren. Bei Heutrocknungsanlagen sollten Ventilatoren auf 100 bis 240 Pa je Meter Heustockhöhe ausgelegt werden. Die Luftgeschwindigkeit sollte pro Quadratmeter Heuboxgrundfläche im Mittel 0,11 m3/s betragen. Für einen gleichmäßigen Lufteintritt ins Heu bietet es sich an, den Bodenrost quer zur Strömungsrichtung zu verlegen.

Abbildung 3: Abluftöffnung.

Vor allem für Milchbauern ist eine gute Milchqualität und Milchmenge, die maßgeblich von der Futterqualität abhängig ist, von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Eine professionelle Heutrocknung mit einer technischen Heutrocknungsanlage führt zu qualitativ besserem Heu und einer maximalen Heuausbeute. In Zeiten, in denen die Kraftfutterpreise, insbesondere bei Eiweißkraftfutter, immer weiter steigen, können Betriebe mit selbst produziertem Heu Geld einsparen und ihre Wirtschaftlichkeit steigern.

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