Wann ein Kranklimagerät notwendig ist

Je nach Einsatzort stellen Luftverunreinigungen und extreme Temperaturen das Betriebspersonal und die Kranelektronik vor Herausforderungen. Eine kontrollierte Klimatisierung von Krankabinen, E-Räumen, Elektronikcontainern und Schaltschränken ist deshalb in vielen Anwendungen unentbehrlich.

Angenehme Temperaturen steigern Leistungsfähigkeit des Kran-Personals

An Kranführer, Mitarbeiter in Steuerständen und Wartungspersonal von Kranen werden hohe Anforderungen hinsichtlich körperlicher Kondition und mentaler Belastbarkeit gestellt. Von ihrer Konzentrationsfähigkeit und ihrem Reaktionsvermögen hängt nicht nur die Sicherheit des Betriebs ab. Weil Krananlagen häufig Bottlenecks im Produktionsprozess darstellen, tragen sie außerdem entscheidend zur Produktivität der gesamten Anlage bei. Gleichzeitig findet das Bedienpersonal an seinem Einsatzort nicht immer optimale Arbeitsbedingungen vor: Staub, Gase, Gerüche und eine hohe Luftfeuchtigkeit in oftmals zu heißen Krankabinen mindern ihr Wohlbefinden ebenso wie eine zu kühle Arbeitsumgebung, etwa bei Hafenkranen an kalten Aufstellungsorten. Kranklimageräte heizen, kühlen und entfeuchten Krankabinen und andere Räume, in denen sich Betriebspersonal aufhalten muss. Dadurch schaffen sie optimale Bedingungen, um den Wärmehaushalt des Personals im Gleichgewicht zu halten. Eine zusätzliche Filtertechnik eliminiert Staub, Gase und Gerüche.

 

Krankühlung besonders sinnvoll in Hitzebetrieben wie Stahlwerken

Die thermische Behaglichkeit hängt neben individuellen Faktoren wie körperlicher Konstitution, Aktivitätsgrad und Bekleidung von vier Aspekten der Umgebungsluft ab: Der Lufttemperatur und ihrer Gleichmäßigkeit, der Umschließungsflächentemperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Luftbewegung. Während die Raumlufttemperatur maximal 26 °C betragen sollte, variiert die Untergrenze je nach Tätigkeit. Je schwerer eine körperliche Arbeit, desto niedriger die Temperatur, die noch als angenehm empfunden wird. Eine gleichmäßige Temperaturverteilung kann durch eine gute Raumbauweise begünstigt werden, z. B. dichte, doppeltverglaste Fenster. Je höher die Temperaturen, desto stärker sind in der Regel Temperaturungleichmäßigkeiten ausgeprägt. Sie stellen deshalb in Hitzebetrieben wie Stahlwerken, Warmwalzwerken oder Gießereien eine besondere Belastung für die Mitarbeiter dar.

Bei Kühlung der Krankabine Zugluft vermeiden

Die Umschließungsflächentemperatur bezeichnet die Strahlungswärme, die von Wänden, Fenstern und anderen Oberflächen auf die Rauminsassen einwirkt. Durch das Kühlen des Kranes kann trotz hoher Umschließungsflächenwärme eine angenehme Temperatur für das Betriebspersonal hergestellt werden. Auch die Luftfeuchtigkeit kann mit Hilfe von Kranklimageräten gesenkt werden, sollte 30 % allerdings nicht unterschreiten, da ansonsten die Schleimhäute austrocknen könnten. Beim Kühlen einer Krankabine sollte beachtet werden, dass Menschen in geschlossenen Räumen sehr empfindlich auf Luftbewegungen reagieren. Sind diese kälter als die Raumluft und treffen überwiegend aus einer Richtung auf ein Körperteil, werden sie als unangenehme Zugluft wahrgenommen. In engen Räumen wie Krankabinen stellt die zugluftfreie Kranklimatisierung deshalb eine besondere Herausforderung dar.

Filter gegen Luftverunreinigungen in Krankabinen und Elektronikcontainern

In geschlossenen Räumen wie Krankabinen muss die Luft nicht nur umgewälzt, sondern auch mit einer Mindestfrischluftrate angereichert werden. Ist die Außenluft mit Staub, Geruchsstoffen oder toxischen Gasen verunreinigt, können separate oder mit dem Kranklimagerät kombinierte Filtergeräte die belastete Luft mit Frischluftfiltern, Aktivkohlefiltern oder speziellen Gasfiltern aufbereiten und unerwünschte Stoffe aus der Krankabine fernhalten. Mit Hilfe von Filtergeräten sowie Klimageräten mit integriertem Filtergerät, die für einen hohen Temperaturbereich ausgelegt sind, lassen sich in Krankabinen, Kran-Schaltcontainern, E-Houses und Kran-Elektroräumen leistungsfördernde Arbeitsbedingungen für das Betriebspersonal schaffen.

Kranelektronik kühlen für längere Lebensdauer

Die thermische Belastung elektrischer Bauteile hat Einfluss auf ihre Zuverlässigkeit, Leistung und Lebensdauer. Sie funktionieren nur bis zu ihrer maximal zulässigen Betriebstemperatur störungsfrei und müssen deshalb unbedingt unter diese Temperatur herabgekühlt werden. Bereits unterhalb der maximal zulässigen Betriebstemperatur wirken sich hohe Temperaturen negativ auf die Lebensdauer elektrischer Bauteile aus: Ein Anstieg der Betriebstemperatur um 10 °C senkt die Lebensdauer etwa um die Hälfte.

Steuerelektronik, Frequenzumrichter und andere elektrische Bauteile generieren häufig so viel Eigenwärme, dass bei elektrischen Einrichtungen in der Größenordnung von Kran-Schaltschränken, Kran-Elektroräumen, Kran-Elektronikcontainern und E-Houses eine Kühlung durch freie Konvektion nicht ausreicht. Für ein anforderungsgerechtes Wärmemanagement sind deshalb Kühlgeräte notwendig.

Entfeuchten der Luft verhindert Korrosion an Kran-Steuerelektronik

Auch das andere Extrem ist möglich. Wenn etwa ein Kran-Elektronikcontainer in einer sehr kalten Umgebung lange außer Betrieb ist und deshalb nicht durch die Eigenerwärmung der elektrischen Bauteile geheizt wird, kann die Funktion einzelner Komponenten beeinträchtigt werden. Bei sehr niedrigen Temperaturen können Batterien, z. B. in speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) oder Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV), Schaden nehmen. Die Aufbereitung der Luft mit einer Kran-Klimaanlage verhindert neben einer zu heißen oder zu kalten Umgebungsluft außerdem eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, die Korrosion an Kran-Elektronikbauteilen begünstigt.

Eine wirksame Klimatisierung der Krankabine sowie von Kran-Elektronikcontainern und weiteren Kran-Betriebsräumen ist also sowohl für Mitarbeiter als auch für die verbaute Elektrik und Steuerelektronik sinnvoll. Das Personal findet bessere Arbeitsbedingungen vor, überdies trägt eine Kran-Klimatisierung zur Erfüllung der Arbeitsstättenverordnung bei. Die Kranelektronik wird auf Temperaturen gekühlt, bei denen sie zuverlässig funktioniert und ihre Lebensdauer nicht beeinträchtigt wird.

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