Wie Sie Ihr Getreide vor Pilzen und Schädlingen schützen

Die Einnistung von Schädlingen ins Getreide und die Entstehung von Sekundärpilzen muss verhindert werden. Umso wichtiger ist es, während der Lagerung suboptimale Bedingungen für Schadinsekten und Schimmelpilze zu schaffen und dadurch Gefahren für das Getreide auf ein Minimum zu reduzieren.

Prävention im Vorfeld der Lagerung

Der Getreideschutz setzt bereits vor der Einlagerung an. Das Getreidelager sollte komplett entleert und gründlich gereinigt werden. Speziell Ecken, Fugen und Ritzen bieten Insekten Unterschlupf. In Rissen und Löchern finden Schädlinge unter Altgetreide und Staub Schutz. Derartige Schäden sollten deshalb gesäubert und ausgebessert werden. 

Das Förderequipment sollte ebenfalls gereinigt werden und fehlerfrei funktionieren, um das Fördergut nicht zu beschädigen. Für Kornkäfer und andere Arten, die sich an intaktem Getreide vergeblich bemühen, sind Bruchkörner gefundenes Fressen. Die Reinigung des Lagers mit Schädlingsbekämpfungsmitteln muss vorschriftsgemäß durchgeführt und streng dokumentiert werden. Konstruktive Maßnahmen wie die Sicherung von Abluftlöchern mit Netzen oder Gittern halten Vögel und Nager vom Getreide fern. Zugekaufte Ware sollte vor der Einlagerung sorgfältig kontrolliert werden. 

Pilze gefährden Getreide, Mensch und Tier

Mit der Ernte gelangen Feldpilze (Primärpilze) ins Lager, aus denen sich Lagerpilze (Sekundärpilze) entwickeln. Diese Schimmelpilze produzieren unter günstigen Bedingungen hochgiftige Mykotoxine, die die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährden. Bei Schweinen beispielsweise lösen sie verringerte Fresslust, reduziertes Wachstum und Fruchtbarkeitsstörungen aus. Stark belastetes Futter kann Nutztiere töten. Die EU schreibt deshalb strenge Grenzwerte für Mykotoxine vor. 

Wärme und Feuchtigkeit regen den Stoffwechsel der Schimmelpilze an und fördern die Bildung von Mykotoxinen. Bleibt das Erntegut ungekühlt, finden Pilze dort ideale Wachstumsbedingungen vor.

Entwicklung verschiedener Organismen in Abhängigkeit von Feuchte und Temperatur

Insektenbefall wird häufig zu spät entdeckt

Insektenbefall kann eingelagertes Getreide erheblich beschädigen. Fraß, Exkremente und die rasche Fortpflanzung vieler Schädlinge führen zu Substanzverlusten und Qualitätsminderung. 

Insekten verbreiten sich in der Getreideschüttung oft zuerst unauffällig. Ein Befall mit Kornkäfern beispielsweise wird in vielen Fällen erst offensichtlich, wenn massenhaft neue Käfer schlüpfen. Da der Kornkäfer unter optimalen Bedingungen einen Generationszyklus von lediglich 25 Tagen hat, kann es dann bereits zu spät sein. Kornkäfer legen täglich ein Ei, im befallenen Getreide können sie daher in jedem Entwicklungsstadium vorhanden sein. Eine Bekämpfung mit Pestiziden tötet nur entwickelte Käfer. Eier, Larven und Puppen nisten in verschlossenen Körnern und sind dort geschützt.

Abhängig von der Klimazone ist das Getreide unterschiedlichen Schädlingsarten ausgesetzt. Insekten sind wechselwarm, ihre Aktivität schwankt je nach Umgebungstemperatur. Bei zu niedrigen Temperaturen verfallen sie in die Winterstarre: Der Stoffwechsel und die Fortpflanzungsfähigkeit werden heruntergefahren. 

Kühlung bremst Schädlinge und Pilze aus

Sowohl Insekten als auch Schimmelpilze können im Getreide nur überleben, wenn sie dort geeignete Umgebungsbedingungen vorfinden. Hier setzt die Getreidekühlung an: Durch die Regulierung von Luftfeuchtigkeit und -temperatur bekämpft sie beide Bedrohungen gleichzeitig. Die Getreidefeuchte wird üblicherweise auf 14,5 % eingestellt, die optimale Schutztemperatur unterscheidet sich je nach Erntegut. Raps etwa hat eine relativ hohe spezifische Wärmeentwicklung und muss deshalb unbedingt gekühlt werden. Unter 15 °C fallen auch kälteresistentere Schädlingsarten in die Winterstarre (siehe Abbildung).

Eine Getreidetemperatur von höchstens 15 °C stellt deshalb einen wirksamen Schutz vor Insektenschäden dar: Sie lähmt die Entwicklung und Vermehrung und verhindert damit Schäden am Korn durch Fraß und Exkremente.


Der Wärme- und Feuchtigkeitsentzug unterbindet auch die Verbreitung von Schimmelpilzen und die damit einhergehende Kontamination mit Mykotoxinen. Neben dem Schutz vor Verderben, Insektenschäden und Pilzausbreitung erhält die Kühlung des Getreides wichtige Eigenschaften des Korns. So bleibt die Keimqualität von Getreide, Reis, Mais, Saatgut und Braugerste über einen langen Zeitraum erhalten. 

Investition in die Zukunft der Ernährungssicherheit

Mit der Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur steigt auch das Risiko von Ernteverlusten durch Insekten. Warme Temperaturen begünstigen einen schnellen Metabolismus und höhere Wachstumsraten der Schädlingspopulationen. Forscher prognostizieren deshalb zusätzliche Ernteverluste von 10 – 25 % pro 1 °C Erderwärmung. 

Bei einem Temperaturanstieg um 2 °C würden jährlich allein 213 Millionen Tonnen Mais, Weizen und Reis von Insektenschädlingen vernichtet werden. Insbesondere in gemäßigten Anbaugebieten wie Europa, Nordamerika oder China werden mit dem Klimawandel die Auswirkungen von Insektenschäden drastisch zunehmen. Verfahren zur Erntesicherung wie die Getreidekühlung tragen dazu bei, diese Verluste mindestens teilweise einzudämmen. 

Case Studies



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