Branchenspezifische Anforderungen an Kranklimageräte

Kranklimageräte werden in den unterschiedlichsten Branchen eingesetzt, die vielfältige Anforderungen hinsichtlich Funktionalität und Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse stellen. Konstruktive Anpassungen sorgen dafür, dass die Geräte auch in herausfordernden Umgebungen zuverlässig funktionieren.

Klimageräte für Hochtemperaturanwendungen und extreme Bedingungen

Jede Branche stellt verschiedene Herausforderungen an Klimageräte: Seien es extrem hohe oder niedrige Temperaturen, Wärmestrahlung oder eine mit Staub und schädlichen Gasen belastete, korrosive Luft. Zu diesen chemischen kommen mechanische Belastungen wie Vibrationen und Stöße. Ein Kranklimagerät muss nicht nur eine angenehme Arbeitsumgebung für das Personal schaffen und die Steuerelektronik von Kranen kühlen, sondern auch sich selbst vor widrigen Umgebungseinflüssen schützen.

Herkömmliche Klimaanlagen würden unter diesen extremen Bedingungen nicht zuverlässig funktionieren. Elektrische Komponenten halten der Hitze womöglich nicht stand und Luftverunreinigungen würden zu Wirkungseinbußen an den Wärmetauschern führen. Der Verdichter eines herkömmlichen Kühlgerätes ist hinsichtlich Aufbau und Ausführung nicht für die Erschütterungen und Vibrationen in Industrieanwendungen ausgelegt. Deshalb sind Klimageräte, die genau auf die Anforderungen der jeweiligen Anwendung zugeschnitten sind, in vielen Industriebranchen und in Infrastrukturanwendung unverzichtbar.

Stoßfeste und korrosionsbeständige Kranklimageräte für Hafenkrane

In Hafenanlagen, Containerterminals und Offshore-Anwendungen können Stoßbelastungen auf Klimageräte einwirken. Kranklimageräte müssen deshalb stoßfest ausgeführt und ihre Gehäuse entsprechend robust konstruiert werden. Elektrische Komponenten wie Ventilatoren müssen auch unter Heavy-Duty-Bedingungen, etwa hohen Temperaturen und starken Vibrationen, zuverlässig funktionieren. Je nach Einsatzort und klimatischen Gegebenheiten müssen Krane und Krankabinen in Häfen, Containerterminals und offshore nicht nur gekühlt, sondern auch geheizt werden. In besonders kalten Umgebungen kann zu diesem Zweck eine zusätzliche Heizstufe in das Kranklimagerät integriert werden.

Wie in vielen Branchen arbeiten Klimageräte auch in Häfen und Offshore-Anwendungen häufig in aggressiven Atmosphären. Feuchte, salzhaltige Luft beschleunigt Korrosionsvorgänge an metallischen Bauteilen. Gehäuse, Wärmetauscher und Rohrleitungen von Klimageräten können mit Hilfe von Beschichtungen resistent gegen salzhaltige Luft und andere aggressive Atmosphären gemacht werden. Welche Beschichtungen und Materialien sinnvoll sind, um in aggressiven Atmosphären und unter widrigen Umwelteinflüssen einen sicheren Betrieb und eine hohe Verfügbarkeit des Kranklimagerätes sicherzustellen, stimmen Betreiber bestenfalls frühzeitig mit dem Gerätehersteller ab.

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Hoher Temperaturbereich und Staubluft in der Metallerzeugung

In metallerzeugenden und -verarbeitenden Betrieben wie Aluminium- oder Stahlwerken, Warmwalzwerken, Gießereien und Kupferhütten belasten hohe Temperaturen das Betriebspersonal und die Kranelektronik. Neben warmer Umgebungsluft führt Strahlungswärme, z. B. von Hochöfen, zu einem hohen Kühlbedarf in Kranen, Krankabinen und Schalträumen. Die verwendeten Klimageräte müssen auch in hohen Temperaturbereichen zuverlässig kühlen.

In vielen dieser Anwendungen und in Anlagen wie Zementwerken stellt zudem eine staubige Umgebungsluft hohe Anforderungen an die Filtertechnik der Klimageräte. Durch Erzeugen eines Überdrucks kann das Kranklimagerät ein Eindringen der Staubluft in die Kabine über undichte Stellen verhindern. Der Schutzgrad eines Kranklimagerätes vor Staub und Feststoffen sowie Wasser kann mit den IP-Schutzarten nach DIN 40050 angegeben werden. Auch in diesen Betrieben sollte darauf geachtet werden, dass Kranklimageräte korrosionsbeständig ausgeführt sind.

Um Ausfälle von Kranen zu verhindern, die kritisch für den Betriebsablauf sind (z. B. Chargier- oder Gießkrane), werden elektronische Systeme dort häufig redundant ausgeführt. In diesen Fällen bietet sich auch eine kältetechnische Redundanz an, damit Störungen im Kältekreislauf den Betrieb des Kranes nicht beeinträchtigen. Eine getrennte Ausführung von Steuerelektronik- und Kabinenkühlung trägt zusätzlich dazu bei, die Betriebssicherheit des Kranes zu erhöhen und Anlagenstillstände samt der damit einhergehenden Kosten zu vermeiden.

ATEX-geprüfte Klimageräte gewährleisten Explosionsschutz

In Kokereien, Chemie- und Petrochemiewerken, Papierfabriken und Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie können Verunreinigungen der Luft die Oberflächen der Klimageräte angreifen. Auch hier ist auf eine entsprechende Resistenz der verwendeten Materialien und Beschichtungen zu achten. Epoxidbeschichtungen, KTL-Beschichtungen und katalytische Beschichtungen machen Kranklimageräte korrosionsbeständig und schaffen Resistenz gegen Säuren und Laugen. Zudem können korrosionsbeständige Materialien wie Edelstahl verwendet werden.

Der Schutz des Personals in Krankabinen und Containern vor chemisch belasteter Luft erfolgt mit speziell auf die Anwendungsfälle angepassten chemischen Filtern. An kritischen Einsatzorten können nach Beratung mit dem Hersteller des Kranklimagerätes ATEX-geprüfte Anlagen zum Einsatz kommen, die in explosiven Atmosphären den Explosionsschutz sicherstellen.

In Atomkraftwerken kühlen Kranklimaanlagen beispielsweise Revisionskrane. Um den strengen Anforderungen an die Betriebssicherheit zu genügen, können Kranklimageräte für Kernkraftwerke und andere Kraftwerke erdbebensicher ausgeführt und für eine umfangreiche Dokumentation spezifiziert werden.

In Minen kommt der Klimatisierung und Luftumwälzung für den Stoffaustausch der Luft eine tragende Rolle zu. Mögliche Verunreinigungen mit Staub und anderen Stoffen machen eine wirksame Filtertechnik besonders wichtig. Optional können auch hier ATEX-geprüfte Klimaanlagen eingesetzt werden.

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Sorgfältige Planung schafft die Basis für ein Kranklimagerät, das die anwendungsspezifischen Anforderungen bestmöglich erfüllt. Eine vorausschauende Montage und regelmäßige Wartungen stellen sicher, dass die Klimaanlage auch unter extremen Bedingungen zuverlässig kühlt, heizt, entfeuchtet und filtert.

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